TOURENVORSCHLAG 1:
Premium-Radeln auf dem Klassiker
Tauberbischofsheim -> Wertheim
Strecke: ca. 30 km (ca. 2 h Fahrzeit)
Gefälle: 40m, eher geringe Anstiege
Streckenabschnitte:
Tauberbischofsheim - Hochhausen, links der Tauber (5 km)
Hochhausen - Niklashausen, links der Tauber (6 km)
Niklashausen - Gamburg, links der Tauber ( 1,5 km)
Gamburg - Bronnbach, links der Tauber (7,5 km)
Bronnbach - Reicholzheim, links der Tauber (2,5 km)
Reicholzheim - Waldenhausen, links der Tauber (4 km)
Waldenhausen - Wertheim, links der Tauber (3,5 km)
Idealer Ausgangspunkt für den Start unserer Tour ist der Tauberbischofsheimer Marktplatz. Der Anblick des prächtigen, neugotischen Rathauses von 1865 sticht gleich ins Auge. Es bildet sprichwörtlich das Tor zu unserer Radroute. Linker Hand passieren wir den Torbogen im Rathaus und verlassen die Stadt links der Tauber sanft abwärts in Richtung Hochhausen. Die Markierung der klassischen Variante des prämierten Radweges "Liebliches Taubertal" führt wie ein roter Faden entlang der gesamten Strecke.
Stets links der Tauber geht es auf dem gut ausgebauten Radweg weiter nach Niklashausen, wo einst der "Pfeiferhannes" predigte und gegen die Obrigkeit des Bistums Würzburg aufrief. Über Gamburg erreichen wir um die Mittagszeit Bronnbach. Das ehemalige Zisterzienserkloster, ist einen Abstecher wert. In Höhe des Bahnhofes erblicken wir rechts das Kloster und überqueren die Brücke, um es zu erreichen. Mit etwas Glück ertönt gerade klassische Musik aus den Gemäuern.
Im Kloster erwartet uns bereits ein Jakobspilger. Er nimmt uns auf eine Reise vom späten 12. Jahrhundert bis in die Gegenwart mit. Die 1151 gegründete Abtei ist eines der ältesten und besterhaltenen Klöster des Ordens im süddeutschen Raum. Bei der Führung begegnen wir dem Bildhauer Balthasar Esterbauer, dessen Werke die barocke Klosterkirche schmücken, und wandeln still durch den romanisch-gotischen Kreuzgang, verziert mit kostbaren Figurenkapitellen. Im Prälatenbau zeugen meisterhafte Stuckaturen und der Prälaturgarten vom alten Glanz der Abtei. Im barocken Stil thront der lichtdurchflutete Josephsaal über dem Refektorium, er könnte Bände erzählen, von Gästen und Festen in alten Zeiten. Besonders beeindruckend ist ein Blick an den Himmel des Saales. Das herrliche Spiegelgewölbe, verziert mit Stuck, zeigt die Szene aus dem Buch Genesis, in der Joseph mit seinem Vater Jakob und seinen Brüdern vor den Pharao tritt.
In das barocke Winterrefektorium, den Bernhardsaal, gelangt man über den Kreuzgang. In dessen Erdgeschoss sind noch original romanische Grundmauern erhalten.
Unser Pilger führt uns weiter in die Vinothek. Abt Ambrosius Balbus hätte Mitte des 18. Jahrhunderts wohl nicht ganz so viel Auswahl gehabt, uns stehen nun zum Ausklang ca. 20 Weine aus dem Taubertal zur Verkostung bereit.
Nach rund dreieinhalb Stunden besteigen wir wieder unsere Drahtesel und begeben uns gemütlichen Tempos auf die letzten zehn Kilometer. Kaum haben wir den alten Weinort Reicholzheim und Waldenhausen hinter uns gelassen, schon blitzt rötlich das ehrwürdige Gemäuer einer der ältesten Burgruinen Deutschlands, der Burg Wertheim, auf der Oberfläche der Tauber auf.
Wer noch den Aufstieg auf die Burg wagen möchte, kann dort die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen oder sich im Ambiente des urigen Gemäuers mit dem Genuss regionaler Spezialitäten belohnen. Alternativ bietet sich eine Einkehr in der Bach'schen Brauerei bei Fränkischer Küche im Weinkeller oder Biergarten an.
Adressen, Sehenswertes und Feste entlang der Strecke:
- Kloster Bronnbach, 97877 Wertheim, Tel. 09342/39596,
www.kloster-bronnbach.de
(Führung mit dem Pilger inkl. Weinprobe: 16 Euro p.P., ab 15 Personen, Anmeldung erforderlich)
- Burg Wertheim Restaurant, Schlossgasse 11, 97877 Wertheim, Tel. 09342/913238, www.burg-wertheim.de (geöffnet April-Oktober)
- Bach'sche Brauerei, Marktplatz 11, 97877 Wertheim, Tel. 09342/913138, www.bachsche-brauerei.de
- 30 Jahre Rad-Klassiker 2010, Jubiläumsprogramm (April-Oktober), www.liebliches-taubertal.de
- Kulinarischer Dampfzug, 4./5. Juni 2010 von Wertheim nach Weikersheim und zurück, (60 Euro p.P., Anmeldung erforderlich), www.liebliches-taubertal.de
Tipps:
- Wer mehr Wert auf das Natur- und Radfahrerlebnis als auf die Sehenswürdigkeiten legt, kann auch an einem anderen Ort auf dem Radweg einsteigen. Also zum Beispiel bereits in Lauda-Königshofen starten (weitere 9 km). Ein Flyer mit allen Etappen des Taubertalradweges ist über die Touristikgemeinschaft "LIEBLICHES TAUBERTAL" e.V. erhältlich.
- Das Kloster Bronnbach bietet für Einzelpersonen ohne Voranmeldung sonntags eine klassische einstündige Führung um 14.30 Uhr an (Erw. 3 Euro).
Anreise
Sie erreichen die Tauberbahn und damit den Taubertalradweg bequem mit der Bahn aus verschiedenen Richtungen. Direkte Bahnanbindungen zur Tauberbahn gibt es aus Richtung Stuttgart, Aschaffenburg, Crailsheim und Würzburg.
Beispielsweise aus Stuttgart mit dem Regionalexpress um 09.07 Uhr mit Umstieg in Lauda (Ankunft: 10.49 Uhr, Gleis 3; Abfahrt: 10.53 Uhr, Gleis 4) erreicht man Tauberbischofsheim um 10.59 Uhr
Rückreise
Eine Rückfahrt ab Wertheim um 18.35 Uhr (Gleis 3) mit der Tauberbahn bis Lauda (Ankunft: 19.06 Uhr, Gleis 1) bietet sich an.
Mit Umstieg in Lauda geht es um 19.10 Uhr (Gleis 2) weiter nach Stuttgart. Die Ankunft in Stuttgart ist um 20.53 Uhr.
Für die Tour benötigen Sie je nach Kondition ca. 6 Stunden.
Bevor Sie Ihre Sonntagstour antreten, lassen Sie sich bitte die aktuellen Verbindungen anzeigen, z.B. unter www.3-loewen-takt.de.